Familienpolitik

Die Gesellschaft hat die Verantwortung für jene zu sorgen, die es noch nicht oder nicht mehr können. Dies gilt bei uns als privates und als Problem von Frauen. Sie bewältigen in Familien meistens das Spagat zwischen Erwerbs- und Fürsorgearbeit..
Damit ist Familienpolitik zwar keine Frauenpolitik, aber auch Frauenpolitik. Denn sie gestaltet die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Menschen ihren Alltag verbringen und damit beeinflusst sie deren Entscheidungen. Entscheidungen für oder gegen Kinder, für oder gegen Teilzeitarbeit, für oder gegen die Pflege Angehöriger.
In den letzten Jahren hat sich durch staatliche Politik die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert. Gelöst sind die Probleme, wie Sorgearbeit gerecht verteilt und angemessen bezahlt wird aber noch nicht.
Mit dem Ehegattensplitting fördert Politik trotz vieler positiver Maßnahmen nach wie vor ein antiquiertes Eineinhalb-Ernährer-Modell.  
Alleinerziehende sind in stärkerem Maße von Armut betroffen, wie Paare mit Kindern.
Deutlich wird das auch bei der Elternzeit. Zwar nehmen mittlerweile rund dreißig Prozent der Väter Elternzeit, womit ihr Anteil sich in nur acht Jahren mehr als versiebenfacht hat. Aber: knapp 80 Prozent aller Väter, die überhaupt in Elternzeit gehen, entscheiden sich für die kürzeste mögliche Dauer – zwei Monate. Und tatsächlich werden diese zwei Monate gerne als Vätermonate bezeichnet.

Gleichstellungsziele zum Handlungsfeld sind u.a.:
•    Sorgearbeit (Care) als Grundwert
•    Die gerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen
•    Eine verlässliche Infrastruktur für Familien vor Ort
•    Eine effektive Familienförderung, die sich nicht an Ehe oder anerkannter Partnerschaft orientiert, sondern alle Formen familiären Lebens gleich und gleichberechtigt fördert und unterstützt
•    Abschaffung des Ehegattensplittings

Beratung:
•    Lokale Bündnisse für Familien
•    Verband bi-nationaler Familien und Partnerschaften
•    Verband alleinerziehender Mütter und Väter